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KTS wird Kärntner Genuss Schule

Kärntens künftige Gastronomie- und Tourismus-Elite wird auf Regionalität bei Lebensmittel eingeschworen. Heute wurde die Tourismusschule (KTS) in Warmbad Villach mit ihrer Schulküche als „Kärntner Genuss Schule“  im Rahmen der GAST 2018 zertifiziert.

 

Mit dieser Auszeichnung verpflichtet sich die Schule, bei der gesamten Lebensmittelverwendung für die Schulküche die strengen Kriterien eines Kärntner GenussWirtes einzuhalten. Die Überprüfung erfolgt mindestens einmal jährlich.

 

Eine Kaderschmiede, die verknüpft.

Für Genussland Kärnten-Obfrau Barbara Wakonig ist die Zertifizierung der KTS zur GenussSchule ein wichtiger Impuls: „Die Partnerschaft mit dieser Kaderschmiede für Kärntens Gastronomie und Tourismus ist eine sehr bedeutende Verknüpfung von Tourismus und Landwirtschaft! Diese Partnerschaft ist eine weitere Maßnahme, dieses Miteinander zu verstärken. Der beste Weg führt über die jungen Leute, denen dieses Bewusstsein für nachhaltiges, regional vernetztes Handeln bereits in der Schule vermittelt werden kann.“ Außerdem lege der Kärnten-Gast auf die regionale Kulinarik ohnehin zunehmend Wert. Wakonig: „Die Menschen wollen Produkte und typische Gerichte aus der Region genießen, in der sie ihren Urlaub verbringen!“

 

Rasch zurück.

„Endlich ist der Schritt zur Genuss Schule gelungen“, freut sich KTS-Direktor Dr. Gerfried Pirker. Vorausgegangen ist dem eine Neustrukturierung der großen Schulküche, in der im Rahmen des Unterrichts täglich für 330 Schüler gekocht wird. Pirker sieht es höchst an der Zeit, dass die Tourismusschulen zu Genuss Schulen werden und hier „eine Vorreiterrolle im Bekenntnis zur Verwendung regionaler Lebensmittel“ einnehmen. Wie bedeutend dieses Bekenntnis ist, unterstreicht Pirker mit der in den letzten Jahrzehnten stark gesunkene Zahl an Bauernhöfen, die im Vollerwerb geführt werden: „Wenn Bauern nicht mehr von den auf ihren Höfen produzierten Lebensmitteln leben können, ist das für unsere Gesellschaft ein Alarmsignal! Hier müssen wir Verantwortung übernehmen und noch viel rascher zurück zu regionalen Produkten greifen!“

 

Spitzenkräfte zurück nach Kärnten.

Pirker erinnert dabei auch an das Bestreben der „Initiative Kärnten“. Sehr viele KTS-Absolventen sammeln im Ausland wertvolle Erfahrungen. Diese jungen Menschen brauchen eine starke Motivation, wieder nach Kärnten zurückzukehren. Für den KTS-Direktor ist ein regional authentisches Profil eine Stärke, die gute Fachkräfte wieder für Kärnten entscheiden lassen und in unser Land zurückbringen könne!

 

Zentrales Anliegen der Politik

Auch für den neuen Agrarlandesrat Martin Gruber sowie den neuen Tourismuslandesrat Mag. Ulrich Zafoschnig ist eine möglichste enge Verknüpfung von Landwirtschaft, Gastronomie und Tourismus ein zentrales politisches Ziel. Kärnten könne so sein authentisches Profil sowohl in touristischer als auch agrarischer Hinsicht schärfen. Die neue Regierung habe sich bei der Umsetzung des Arbeitsprogrammes darauf festgelegt. Beide Referenten kündigen daher an, eine enge Abstimmung dieser Bereiche forcieren zu wollen. „Die Marke ‚Genussland Kärnten’ mit der tiefgehenden Herkunfts- und Qualitätssicherung bietet uns hier eine Grundlage, die kein anderes Bundesland hat. Diese Chance müssen wir nutzen!“, so LR Gruber. Auch Tourismusreferent Zafoschnig betont: „Die regionale Kulinarik ist enorm wichtig für den Kärntner Tourismus. Wir können nicht früh genug damit beginnen, auch beim Tourismus-Nachwuchs ein starkes Bewusstsein dafür zu schaffen.“

 

Was meinen 2 KTS-Absolventinnen.

Erika Palle (KTS-Absolventin 1982) hat gemeinsam mit Ihrem Mann Siegfried das Hotel Brennseehof/Alte Post in Feld am See 1990 übernommen und zu einem führenden Kärntner Familien-Sporthotel aufgebaut. Ihre Kindheit am elterlichen Bauernhof lehrte sie früh heimischen Produkten eine hohe Wertschätzung entgegenzubringen. Beide Häuser legen großen Wert auf regionale Herkunft der Lebensmittel in ihrer Küche und sind als „Kärntner Genuss Wirt“ ausgezeichnet

Ihre Kinder Erland, Anna und Thomas sind ebenso Absolventen der KTS bzw. noch Schüler dort. Mittlerweile hat ihr ältester Sohn Erland Palle mit seiner Frau Barbara die Geschäftsführung übernommen und führen mit der elterlichen Generation gemeinsam die beiden Betriebe. Es wurde viel Auslandsluft geschnuppert, bevor die Erfahrungen im eigenen Betrieb eingeflossen sind. Der Kärntner Tourismus liegt allen sehr am Herzen. Erika Palle: „Es wäre uns eine große Freude, wenn noch mehr junge Leute mit ihrem Know-How den Weg zurück ins schöne Kärnten fänden. Gerade unser Bundesland bietet so viel touristisches Potenzial und eine Vielfalt an qualitativ hochwertigen Produkten. Wir müssen uns allen ein gegenseitiges Überleben hier im Süden sichern und dazu gehören ausgezeichnete heimische Produkte und gut ausgebildete junge Menschen mit Leidenschaft für Qualität und Tourismus.“

Für Elisabeth Heiß, Chefin des Gasthof Post in Rennweg war immer schon klar, dass sie den elterlichen Betrieb übernehmen wird. 2014 übernahm sie den Traditionsgasthof – als erste Frau in der zehnten Generation mit einer mehr als 300- jährigen Geschichte und einem Haus, dessen Grundmauern schon mehr als 500 Jahre alt sind. Als Kärntner GenussWirtin legt sie großen Wert auf regionale Lebensmittel in ihrer Gastronomieküche und hat dafür ein Netzwerk an verlässlichen bäuerlichen Produzenten aufgebaut. Aus Liebe zum Kochen und aufgrund des Fachkräftemangels in der Gastronomie steht die junge Gastronomin selbst in der Küche und kann so ihre Vorlieben für regionale Produkte sehr gut umsetzen. Elisabeth Heiß kocht mit viel Herzblut regionale Feinheiten: „Wenn man etwas mit Leidenschaft macht, dann kann daraus nur etwas Gutes entstehen und heutzutage kann man im Tourismus auch richtig gutes Geld verdienen“, gibt sie den anwesenden KTS-Schülern mit auf dem Weg.

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